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maxresdefault (Dieseltechnik verdammen? Versuch einer Versachlichung.) Quelle: http://motordialog.de/tag/basf/
08.08.2017 – 12:49 Uhr (zuletzt bearbeitet: 22.08.2017 – 17:18 Uhr)

Dieseltechnik verdammen? Versuch einer Versachlichung.

Thema Diesel und Verbrennungsmotor im Vergleich zum Elektroantrieb.

Die entstandene Diskussion erscheint überhitzt und bedarf einiger Fakten, die mit zu betrachten sind. Dass deutsche Autobauer (VW, Audi, Porsche, BMW, Daimler) auf der Basis jahrelanger Erfolge der Versuchung nicht widerstanden haben, zu tricksen (Software-Eingriffe und/oder unerlaubte Absprachen), ist bedauerlich und bedarf umfassender Korrekturen. Dieser Prozess ist im Gange, um Vertrauen wieder herzustellen. Es darf aber nicht sein, dass am Ende der Kunde dafür die Zeche zahlt – hier haben Kanzlerin Merkel und die CDU-Kreisvorsitzende Elisabeth Winkelmeier-Becker klar Stellung bezogen.

Doch der aktuelle „Hype“, die Dieseltechnologie als Ganzes zu verdammen und mit Fahrverboten zu drohen, mag im Wahlkampf Gemüter erhitzen, bringt uns in der Sache aber nichts. Zu wenig wird darauf hingewiesen, dass „Tanken aus der Steckdose“ vergleichbare, global sogar höhere CO2-Einträge in die Atmosphäre darstellt (Strom durch Kohlekraft!) und die erheblich aufwendigere Herstellung der Elektroantriebe zusätzlichen CO2- Ausstoß bedeutet. Populismus hilft hier nicht, sondern nur eine langfristige und gut durchdachte Planung mit Optimierung einer zukunftsfähigen Verkehrsinfrastruktur.

Dieselmotoren haben den besseren Wirkungsgrad und stellen im Vergleich eine geringere CO2- Belastung dar. Allerdings gibt es bei veralteter Technologie bedenklichen Feinstaub- und Stickoxyd- Ausstoß. Daher ist ein Ersatz und (wo machbar) eine Umrüstung älterer Fahrzeuge mit neuer Technologie geboten und muss seitens der Hersteller maximale Förderung erfahren. Ein Software-Update als Korrektur zum Messbetrug reicht da nicht!

Sinnvoll wären diese Schritte:

  • Umrüstung/ Austausch veralteter Diesel durch neueste Technologie (selektive katalytische Verbrennung SCR mit AdBlue/Harnstoff-Zusatztank**) und Feinstaubfilter) – aufwendig, aber machbar
  • Einführung von Messverfahren für den Realbetrieb auf der Straße zur Abgaskontrolle wie derzeit in der Ford-Forschung betrieben
  • maximale Anstrengungen, Elektroantriebe/ Hybridantriebe unter Vermeidung der zuvor genannten CO2 Klimaeintragungen zu verbessern, Reichweiten zu erhöhen und letztlich bezahlbare Fahrzeuge auf den Markt zu bringen
  • Ersatz von Strom aus Kohle / Atom durch weltweit abgestimmte Anstrengungen, erneuerbare Energien besser zu nutzen. Die CDU hat seit Fukushima für Deutschland deutlich Position bezogen.

Nähe von Mandatsträgern zu Schlüsselindustrien, wie der Autoindustrie, ist unbedingt zu vermeiden und Aufsichtsorgane dieser Konzerne müssen intensiver ihrer Verantwortung gerecht werden und insgesamt transparenter agieren.

Sehenswerte Videobeiträge zum Dieselthema sehen Sie hier.
Einen aktueller Bericht zur Elektromobilität gibt es hier.
**) Wer mehr über AdBlue aus der Praxis wissen will, hier ein passendes Video.

H Petri
(ehemals tätig in der Antriebsentwicklung der Ford Werke in Köln)