Kurz-Info

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08.01.2017 – 12:57 Uhr (zuletzt bearbeitet: 31.01.2017 – 12:41 Uhr)

Experiment Handschrift: was man wissen sollte

Im Fokus: die VA (verbundene Ausgangsschrift) – Sachlichkeit hilft das Problem zu erkennen.

Eine Petition an NRW Kultusministerin Löhrmann mit der darin ausgedrückten Kritik bezieht sich auf Experimente um die sogenannte „Verbundene Ausgangsschrift“, welche eine Reihe von erheblichen Problemen mit sich bringen kann. Hierzu der zusammenfassende Kommentar einer Analyse von Handschrift-Expertin Maria-Anna Schulze Brüning, auf deren Aussagen sich die Petition in weiten Teilen beruft:

Fazit:

  • Motorische Vorrausetzungen des Schreibens müssen vor dem Schrifterwerb angelegt sein. Hier gilt es, schon in der Vorschulzeit geeignete Übungsmöglichkeiten zu bieten. Handschrift verlangt gezielte Anleitung und besonderes Training von Anfang an.
  • Das Experimentieren und das eigenständige Erarbeiten der Schrift muss beendet und die angeleitete Übungszeit erhöht werden.
  • Die Erstprägung ist von herausragender Bedeutung. Unterrichtende müssen sich bewusst sein, dass schwer veränderbare motorische Spuren gelegt werden. Eine korrekte, koordinierte Schrift sollte viel stärker im Vordergrund stehen als es bisher der Fall ist.

D.h. bei der Erstprägung dürfen sich auf keinen Fall fehlerhafte Schreibweisen einschleichen – auch nicht bei der Druckschrift. Und man muss sich entscheiden, welche Schrift automatisiert werden soll – die Druckschrift oder die Schreibschrift. Ist die Druckschrift nachhaltig automatisiert, wird die Schreibschrift nicht mehr angenehmer und schneller. Umgekehrt wird ein Schreibschriftschreiber in der Druckschrift nicht dasselbe Tempo erreichen.

Und noch eines darf in der aktuellen Schriftdiskussion nicht übersehen werden: Die Handschrift bedeutet den Kindern sehr viel. Sie ist eine Quelle positiver oder auch negativer Selbstwahrnehmung. Sorge um ihre Handschrift begreifen Kinder als Sorge um sie selbst und zeigen sich ausgesprochen dankbar für jede hilfreiche Anleitung. Individuelle Förderung ist gerade im Bereich Schrifterwerb wichtig und sehr wirksam. Dem Anspruch „Kein Kind zurücklassen“ wird man jedoch derzeit in diesem Punkt oft nicht gerecht.

Was nachdenklich machen muss ist eine alte Weisheit, die in diesem Zusammenhang eine besondere Bedeutung zurück gewinnt: „WAS HÄNSCHEN NICHT LERNT, LERNT HANS NIMMERMEHR!“

Den gesamten Bericht lesen Sie unter diesem Link.
Die Petition findenSie unter diesem Link.
Zusätzlich finden Sie im Anhang die PDF-Version eines Interviews des Kölner-Stadt-Anzeiger mit der Autorin.

HP


Gesamter Text / PDF