Kurz-Info

herbstnebel (Was bleibt von 2017 in Erinnerung?) Quelle: R_K_by_excellentis_pixelio.de
21.12.2017 – 09:38 Uhr (zuletzt bearbeitet: 30.01.2018 – 12:38 Uhr)

Was bleibt von 2017 in Erinnerung?

Versuch einer Interpretation.

2017 ist bald Geschichte, aber wie wird dieses Jahr in Erinnerung bleiben? Kaum positiv, wenngleich es auch gute Momente gegeben haben mag. Überwiegen werden ungute Gefühle, angesichts politischer Prozesse, die besser nicht stattgefunden hätten.

Der gefährlichste erwähnter Prozesse fand aber schon 2016 statt, als unser wichtigster Bündnispartner sich einen Präsidenten leistete, dem in totaler Selbstüberschätzung jedes politische Gespür zu fehlen scheint und der sich offenbar darin gefällt, als Brandstifter in die Geschichte einzugehen. Wie das in der ältesten demokratischen Gesellschaft der Neuzeit geschehen konnte, ist bereits Gegenstand unzähliger, sehr aufschlussreicher Betrachtungen.

Aber auch in Europa mangelt es an politischen Führungspersönlichkeiten, die erkennen, dass europäische Stärke das Diktat der Zeit ist und weniger der bisher praktizierte Blick über den Atlantik. Hier sind insbesondere Deutschland und Frankreich gefordert, da Großbritannien sich ebenfalls einen kaum erklärbaren Ausrutscher (Brexit) leistet. Mangel an Größe macht es rückwärts gerichtetem Denken in einigen Staaten der EU leider leicht, mit vereinfachten Thesen den überall zu beklagenden Ruck in die nationale Ecke wieder populär zu machen. Und dabei kommt der Umstand, dass Menschen unter Einsatz ihres Lebens vor Gewalt und Terror nach Europa fliehen, diesem Denken gerade recht. Und dass kriminelle Banden die Gunst der Stunde nutzen, als „Trittbrettfahrer“ mit zu erscheinen und unsere Gesellschaft durch Gräueltaten zu verunsichern, darf den aus ihrer Heimat fliehenden Menschen zwar nicht angelastet werden, wird aber von Nationalisten nur zu gerne zum Schüren von Ängsten mit eigebaut.

Die wirklichen Herausforderungen unserer Zeit gehen deutlich über politische Defizite hinaus, wenngleich diese leider einen bedauerlichen Einfluss darauf haben: Was hinterlässt die heutige Generation ihren Nachfahren angesichts der gnadenlosen Ausbeutung, die auf diesem Planeten betrieben wird? Wann wird erkannt, dass Profit, Wachstum und Macht von Großkonzernen sich an dem zu orientieren haben, was ein Überleben in naher und ferner Zukunft möglich macht? Stattdessen wird vielerorts (leider auch in Europa) zu sehr der Moment bedacht und auf vielen Gebieten die Interessen großer Unternehmen vor Bedürfnisse der Menschen gestellt.

Gerade hier ist das Wirken politischer Kräfte, deren Grundsätze sich an ethischen Werten und einem christlichen Menschenbild orientieren, gefordert. Den Menschen (letztlich unseren Wählern) bleibt das nicht verborgen. Das ist ein Mittel, dem Populismus den Wind aus den Segeln zu nehmen!

Lokal betrachtet stünde es Berlin gut an, bald eine starke und zuverlässige Regierung auf die Beine zu stellen. Leider haben in den zurückliegenden Wochen persönliche Befindlichkeiten sowie unnötige Kraftmeierei den klaren Blick für das Wichtige verstellt.

Hoffen wir auf ein gutes Jahr 2018 mit weisen politischen Prozessen.
Hans Petri