Kurz-Info

cabin-70165_1280 (Was wir so einatmen – z.B. im Flugzeug) Quelle: pixabay.com
05.12.2017 – 12:09 Uhr (zuletzt bearbeitet: 06.12.2017 – 21:40 Uhr)

Was wir so einatmen – z.B. im Flugzeug

Wie ein großes Problem ausgeblendet wird:

Das Aerotoxische Syndrom.

Fliegen ist die sicherste Möglichkeit, von A nach B zu kommen. Unbestritten ist die Perfektion moderner Flugmaschinen eine der herausragensten Leistungen der Flugzeugindustrie. Doch ein Problem, über das bereits viel berichtet wurde und welches vielen Piloten, Flugbegleitern und auch Passagieren erhebliche Gesundheitsrisiken brachte und immer noch bringt, wird von der Industrie, den Fluggesellschaften und leider auch von der Politik bewusst klein geredet: die Gefahr toxischer Gase in der Kabinenluft.

Wovon ist hier die Rede? Kabinenluft wird über die Turbinenmotoren abgezapft und komprimiert ins Flugzeuginnere geleitet. Die Turbinen werden mit einem sythetischen Öl, welches relativ hohen Temperaturen standhalten muss, geschmiert. Hochwertige Karbondichtungen sollen dafür sorgen, dass keine dieser Ölpartikel in die Zapfluft gelangt. Denn darin enthalten sind gefährliche Nervengifte wie TCP (auch bekannt als Kampfstoff aus dem 1. Weltkrieg). Leider gibt es die absolut perfekte Abdichtung nicht. Und  heutige, erheblich seltenere Wartungsarbeiten bei der Überprüfung der Turbinen tun das Übrige, um die Gefahr noch zu erhöhen, denn alternde Dichtungen bedeuten mehr Leckagen. Technisch kann also niemand bei fast allen Maschinen garantieren, dass kein Giftgas in die Kabinenluft eindringt. Die Folgen für das menschliche Nervensystem können in Extremfällen signifikant sein, siehe Links zu Filmbeiträgen auf Youtube.

Namhafte Wissenschaftler arbeiten seit Jahren daran, bereits erfolgte Gesundheitsgefährdung zu belegen. Und viele dieser Arbeiten werden teilweise erheblich behindert! Es ist durchaus erklärbar, warum das so ist, denn die Folgen klarer Beweisführungen würden eine ungeahnte Lawine auslösen. Schnelle Lösungen sind aber nicht unbedingt zu erwarten, wenngleich der nachträgliche Einbau von Filteranlagen durchaus machbar wäre und die größten Gefahren verhindern würde. Es wurde aber bei einem Flugzeugtyp schon reagiert: am Dreamliner B787 der Firma Boeing. Denn dieses Flugzeug hat – ähnlich wie bei einer DC8 aus den 60er Jahren – Öffnungsschlitze am Rumpf zum Einsaugen und Komprimieren von Außenluft.

Wer sich folgende Kurzfilme ansieht, muss sich fragen, warum noch so wenig öffentlicher Druck – und hier an erster Stelle seitens der Politik – erfolgt. Ich finde, dass der Schutz des Menschen IMMER vor die Interessen der Großindustrie gehört.

Hans Petri

Hier einige Links:
Ungefiltert Eingeatmet
Aerotoxic Syndrome (WDR3 MARKT)
Nervengift in der Kabinenluft? (MONITOR)
Gift im Flugzeug? Piloten schlagen Alarm (BR Kontrovers)
Kabinenluft in Flugzeugen (Bundestagsdiskussion)